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Zitate Philosophie

KOCH: WILLENSFREIHEIT DURCH QUANTENMECHANIK

„Die einzige reale Möglichkeit für eine freie Wahl im Sinne des Libertarismus besteht für den Geist darin, ein quantenmechanisches Ereignis statt eines anderen zu realisieren, wie von der Schrödinger-Gleichung vorgegeben. Angenommen, zu einem bestimmten Zeitpunkt kommt es an einer bestimmten Synapse zu einer Superposition zweier quantenmechanischer Zustände. es gibt eine 15-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Synapse aktiv wird und ein chemisches Signal über den synaptischen Spalt… 

Kanitscheider: Einfluss von Emotionen auf Weltbilder

„An vielen Stellen kann man verifizieren, dass die generelle Abwehr naturalistischer Entschlüsselung emotive Wurzeln hat. Manchen erscheint die Wissenschaft wegen ihrer Entzauberungsrolle (Max Weber) geradezu widerwärtig, und es werden die abenteuerlichsten Argumente zusammengekratzt, um irgendwo noch ein Refugium des Undurchdringbaren, Analyseresistenten zu retten. Die Situation zeigt einmal mehr, dass es die „reine Vernunft“, den von den Emotionen unkontaminierten Verstand nicht gibt, weshalb wir sicher auch… 

KOCH: PHILOSOPHEN BRINGEN KEINE ANTWORTEN

„Aber als Wissenschaftler kann ich doch folgendes feststellen: Ich kann bis zu Platon oder Descartes zurückgehen, aber wir haben in den letzten 2300 Jahren keinerlei Fortschritte im Hinblick auf die philosophischen Aspekte des Bewußtseins gemacht. Die Philosophen haben sich in den letzten 2000 Jahren in so ziemlich jeder Frage unter der Sonne gründlich geirrt. Man sollte nie auf die Antworten der Philosophen hören, sondern auf… 

Kaku: entscheidungsunfähige Mäuse

„Das funktioniert auch bei Mäusen. Man platziere eine Elektrode vor einem Stück Käse. Kommt die Maus zu dicht heran, erhält sie einen Elektroschock. Eine Rückkopplungsschleife sagt ihr, sich fernzuhalten, um den Schock zu vermeiden. Durch entsprechende Justierung der Elektrode kann man die Maus zum „Pendeln“ bringen, hin- und herschwankend zwischen zwei widerstreitenden Rückkopplungsschleifen. Während ein Mensch in seinem Gehirn einen CEO als oberste Exekutive hat,… 

KNAPP: WIDERSPRÜCHE ALS TEIL DER REALITÄT

„Der Widerspruch ist für Niels Bohr kein ungelöstes Rätsel, er ist ein Teil der Realität. Wir können uns aussuchen, welchen der beiden Aspekte wir beobachten wollen, doch nur wenn wir uns der widersprüchlichen abgewandten Seite bewusst sind, kommen wir der Qualität einer tiefen Wahrheit nahe. … Es geht nicht darum, die Widersprüche aufzuheben, sondern darum, sie als wesentlichen Teil der Realität anzuerkennen und die eigene… 

James: Freie Handlung

„Wenn eine freie Handlung eine vollständige Neuheit ist, die nicht in meinem Ich, meinem frühern Ich, ihren Ursprung hat, sondern aus dem Nichts entsteht, wie kann ich, mein früheres Ich, dafür verantwortlich gemacht werden? Wie kann ich dann einen dauernden Charakter bekommen, der lang genug derselbe bleibt, um Lob und Strafe als Entgelt zu verdienen? Die Perlenschnur meiner Lebenstage zerfällt in eine Menge unverbundener Kügelchen,… 

Knapp: Über Wahrheit

„Wenn richtig oder falsch lediglich Koordinaten innerhalb eines Weltbildes sind, was ist dann Wahrheit, und wie können wir sie erfassen?“ S. 134. „Wahrheit ist die Qualität einer Beziehung, die sich immer wieder neu entfaltet. Sie ist etwas, das im Augenblick geschieht. Wir können sie nicht festhalten. Wir erfahren Augenblicke der Wahrheit auf ganz verschiedene Weise: als Tiefe, als Stille, als Lebendigkeit oder auch als Funkeln.… 

HEINZE: UMFRAGE ZU DETERMINISMUS

„Nichols und Knobe (in press) etwa untersuchten, ob Studenten eher von einem indeterministischen oder deterministischen Universum ausgehen, welchen Einfluss die Annahme eines solchen auf ihre Einschätzung moralischer Verantwortlichkeit hat und welchen Einfluss Emotionen dabei haben. Die Autoren konnten zeigen, dass die meisten Studenten inkompatibilistische Intuitionen haben: Mehr als 90% der 41 Befragten waren der Ansicht, dass unser Universum vom indeterministischen Typus sei. Mit der abstrakten… 

Knapp: Kopenhagener Deutung und Philosophie

„Aus philosophischer Perspektive ist die Kopenhagener Deutung der Quantentheorie besonders einleuchtend. Die Kopenhagener Deutung versteht die immaterielle Welt der Möglichkeiten als Aspekt der Realität, der sich außerhalb von Raum und Zeit befindet. Diese immaterielle Realität wird nicht als Vorstufe zur materiellen Wirklichkeit betrachtet, sondern als wirksamer Teil davon. Die Unbestimmtheit ist ein Aspekt der Materie.“ Knapp 2011, S. 122.

HAMEROFF: SEELE ALS QUANTENPROZESS

„Wenn die Quantenkohärenz in den Mikrotubuli verlorengeht, wie beim Herzstillstand oder Tod, lösen sich die Quanteninformationen der Planck-Skala in unserem Kopf auf und fließen in die Planck-Skala des Universums als Ganzen. Die Quanteninformationen, die während unseres Lebens unseren bewußten und unterbewußten Geist ausmachten, lösen sich allerdings nicht vollständig auf, sondern hängen wegen der Quantenverschränkung zusammen. Weil die Überlagerung bestehen bleibt und keine Zustandsreduktion, kein Quantenkollaps…